bei der Festrede zum WoMenPower Congress
auf der Hannover Messe Industrie im April 2008

Bessere Möglichkeit, Familie und Beruf durch staatlich vorgehaltene Kinderbetreuung zu vereinbaren, ist nur ein Aspekt. Trotz Bemühungen um weiblichen Nachwuchs über zwei Jahrzehnte, wie der aus Frau + Technik hervorgegangene Mädchen-Technik-Tag, ein Vorläufer des Girls Day, Frauenstudiengängen und Mentoring, hat sich der Anteil von berufstätigen Ingenieurinnen kaum über fünf Prozent erhöht.
Prof. Hedwig Rudolph, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, macht den »Drehtür-Effekt« dafür verantwortlich: Viele Ingenieurinnen steigen aus oder um, weil ihre Leistungen nicht in gleichem Maß anerkannt und bezahlt werden wie die der Kollegen.
Nach einer Umfrage des Institutes der Deutschen Wirtschaft Köln standen im April 2008 im Ingenieurbereich 95300 Stellenangebote etwa 22000 Arbeitssuchenden gegenüber. Der Anteil der arbeitslosen Ingenieurinnen ist doppelt so hoch wie bei den Männern. Die Unternehmen sehen trotz der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt in Frauen oft ein Risiko. Firmenleitungen erkennen nicht die Chance, Produkt und Produktion durch Frauen beeinflussen zu lassen. Bei diesen Aussichten wird sich der weibliche Anteil an FH und TU/TH auch in Zukunft nicht erhöhen.